Märkische Allgemeine, 2003

Harter Sound mit kritischen Texten
Gut 700 Besucher kamen nach Protzen

Bühne

Foto und Text: Martin Starck
Mit einem Bullenschädel im Rücken legten übers Wochenende insgesamt zwölf Bands in Protzen los.

PROTZEN · Alljährlich trifft sich in Protzen eine eingeschworene Fangemeinde. Das „Deadland“ Bikergelände wird dann zum Festivalplatz umfunktioniert und der Hangar beherbergt neben langhaarigen Bikern und Punks mit dicken, schwarzen Stiefeln zahlreiche Bands der Rock- und Metalszene.
Am Wochenende war es wieder so weit. Gut 700 begeisterte Gäste besuchten das sechste „Protzen Open Air“ des „Deadland“ Bikervereins in Protzen.

„Ich bin überrascht, dass so viele Leute gekommen sind. Wir hatten mit 400 Besuchern gerechnet“, staunt der Organisator Mario Grimmer, den vor allem die friedliche Stimmung des Festivals freute. „Bei der Musik ist für jeden was dabei, wir haben die unterschiedlichsten Bands verpflichtet.“
Am Freitag gab Red−Ink ordentlich Gas. Die Band überzeugte durch einen Mix aus Crossover und Hardcore. Genau das Richtige für Biker in schwarzen Lederhosen und Metalfans in langen schwarzen Mänteln.

Am Sonnabend heizte dann Goldback auf der mit einem Bullenkopf geschmückten kleinen Bühne ein. Mit viel Elan schlug Andy, der Drummer, in die Felle seines Schlagzeugs. Die langen, lockigen Haare seines Bandkollegen André wirbelten beim Spielen in der Luft umher. Die anderen Bandmitglieder taten es ihm gleich und der Sänger René trank nach jedem Song erst mal einen kräftigen Schluck Bier. So ein Konzert ist eben anstrengend. Die deutschen Texte und der harte Metalsound fanden beim Publikum Anklang.

Nach ihnen legten die fünf Mannen der Band Autoritär los. Die Berliner spielten hauptsächlich Crust Grind und Hardcore Punk − für Uneingeweihte hörte sich das eher an wie Schreien und Grunzen. Ihre englischen und deutschen Texte sind politisch motiviert, auch wenn man davon kaum etwas versteht.
Von Freitag bis zum Sonnabend spielten zwölf Bands auf dem Gelände der Biker. Vor allem Totenmond, Sons of Tarantula, Burning Steel und Necromorph begeisterten das Publikum. „Die Leute sind richtig abgegangen“, freute sich Mario Grimmer über so viel Begeisterung.


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