Märkische Allgemeine, 22.05.2006
Musikmarathon
Beim 9. Metalfestival in Protzen wurden Nächte durchgemacht
Text: Stefan Noack

PROTZEN · Der Neuruppiner Motorradverein „Deadland“ veranstaltete am vergangenen Wochenende das 9. Open-Air-Festival in Protzen. Für gute Musik sorgten 17 Metalbands aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik. So unter anderem die Gruppen „Dead“ aus Nürnberg und „My Cold Embrace“ aus Kassel. Am Freitagabend ging der Musikmarathon los. Von 18 Uhr bis weit in den Samstagmorgen wurde gefeiert. Irgendwann zog es auch den letzten Metal-Begeisterten in sein Zelt.

Erst am Samstagnachmittag hieß es dann wieder: Aufstehen. Mit dem Konzert der Gruppe „Maggots“ aus Falkensee ging das Festival in die zweite Runde. Die Gruppe um Frontmann Gyn existiert seit 1994 und spielt vor allem Death Metal. „Die sind geil!“, riefen einige Fans bei ihrem Auftritt. Damit hatten sie ohne Frage recht. Maggots lieferte eine gekonnte Bühnenshow ab. Ihr Schlagzeuger Majo, ein echtes Unikat, tätowiert und mit buschigem Bart, spielte ohne T-Shirt, dafür aber mit jeder Menge Einsatz. Man hatte fast Mitleid mit dem Schlagzeug, aber Metal verlangt den Instrumenten eben viel ab. Vor allem, wenn man guten Metal spielen möhte und das, so waren sich die Zuhörer sicher, hatten die Maggots vor. Großer Beifall und der Wunsch nach Zugaben waren ihnen deshalb sicher. Die Zuhörer, alle durchweg dunkel gekleidet, wie es sich für echte Metalfans gehört, gerieten zum Teil in Ekstase, viele lauschten aber auch still der Musik.

In der Pause konnten sie sich dann am Lagerfeuer aufwärmen oder auch an einem der Stände ein Souvenir ergattern. Am beliebtesten waren natürlich T-Shirts mit Tourdaten oder Namen von Bands. Da war dann mit neuem T-Shirt und einem Bier in der Hand auch schnell das verregnete Wetter vergessen, das für ein Festival unter freiem Himmel selbstverständlich sehr ungünstig war. Nach den Maggots ging es mit der Gruppe „Retarded Noise Squad“ weiter, die den Metalfans in Protzen ebenfalls gehörig einheizte. Das Festival endete mit dem Auftritt von „Pöbel & Gesocks“ die dafür sorgten, dass auch in der zweiten Nacht in Protzen die Zelte leer blieben. Die meisten Fans waren sich sicher: „Nächstes Jahr kommen wir auf alle Fälle wieder.“


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